Bela Bartok (1881 – 1945) war ein ungarischer Komponist und Musikethnologe. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne. Neben dem Komponieren beschäftigte sich Bartók mit dem systematischen Sammeln von Volksliedern. Er unternahm dafür weitläufige Reisen durch Ungarn, über den Balkan bis in den Orient und sammelte dabei über 10.000 Lieder. Er erkannte den Wert der Volksmusik und sah die mündliche Überlieferung als gefährdet an. Das Zeitalter des Radios hatte begonnen. Viele dieser Volkslieder finden sich in seinen Werken wieder. Bartok war fasziniert von ihrer Schlichtheit und bisweilen rauen Direktheit. Als Komponist arbeitete er mit diesen Themen, veränderte sie und holte sie in die großen Konzertsäle der Welt. Das Ensemble Bela B. geht nun einen Schritt weiter. Wir machen uns die Musik Bartoks zu eigen und spinnen den Faden weiter. In freien Improvisationen entstehen Räume in denen die schlichten Melodien ihre berührende Wirkung entfalten können. Warum halten wir unsere Musik für relevant? Schon Bartok erkannte bei seinen Reisen über den von vielen Völkern bewohnten Balkan bis in den Orient wie wenig regionale Kulturen auf Nationalität zu beschränken sind und in welcher gegenseitigen Einflussnahme sie schon immer standen. In einem Brief an seinen rumänischen Freund Octavian Beu aus dem Jahr 1931 heißt es: „Meine eigentliche Idee […] ist die Verbrüderung der Völker […] Dieser Idee versuche ich […] in meiner Musik zu dienen“.
Affäre Bela B.
2. Oktober 2025
Martina Weidner – Bratsche
Theo Jörgensmann – Altklarinette
Ernst Deuker – Kontrabassklarinett
