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SUMMARY:Jazzdiskurs 191 Timo Vollbrecht Fly Magic
DESCRIPTION:Ursprung Alter Markt 16 - 18055 Rostock\nNew York ist für Musi
 ker das Jazzmekka schlechthin – auch für deutsche Nachwuchskünstler. D
 eshalb ist Saxofonist Timo Vollbrecht auch nach seinem Studium in Berlin i
 n den Big Apple gezogen und hat dort auch sein Quartett „Fly Magic“ ge
 formt.\n„Es ist ein Stück auf der CD: ‚Paco – eine hommage an paco 
 de lucia‘\, ich habe in Barceolona gelebt und hatte die Ehre\, mit Flame
 ncomusikern zu spielen. Ich liebe die Musik von Paco\, das Stück hat eine
 n Flamenco Groove\, auch die Harmonien sind Flamenco beeinflusst. Aber es 
 ist dann auch wichtig\, den Musikern ihren Raum zu geben\, es kann ganz wo
 anders landen\, wenn man ihnen Freiraum lässt\, als Komponist darf man si
 ch nicht zu sehr in das Material verlieben.“\n\nUnd um zu zeigen\, dass 
 Timo Vollbrecht nicht allzu sehr in seine eigene Kunst verliebt ist\, läs
 st er seinen Mitmusikern diesen Raum. Und mehr noch: Ganz bewusst trägt d
 as von ihm gegründete Quartett inzwischen nicht mehr seinen Namen.\n\n„
 Zum einen ist das nicht besonders sexy. Zum anderen fand ich\, dass das ni
 cht die richtige Message ist\, denn die Band ist eine richtige Band. Ob ic
 h nun der Leader bin oder nicht\, ob ich die meisten Kompositionen beisteu
 ere\, tut auch nichts zur Sache. Denn es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Jed
 er der Musiker ist mit Engagement dabei\, es ist demokratisch. Deswegen wa
 r es gut einen Bandnamen zu haben. Der auch gut zur Musik passt. Mir sind 
 die Wörter ‚fly‘ und ‚magic‘ eingefallen. Wir vermitteln das Gef
 ühl des Fliegens und wir versuchen eine Magie zu erzeugen. Das ist eine d
 er Visionen dieser Band.\n\nEs stimmt\, dass die Gitarre eine wichtige Rol
 le spielt. Keisuke Matsuno ist der Gitarrist\, mein bester Freund und lang
 jähriger musikalischer Partner. Er ist Berliner mit japanischen Wurzeln. 
 Wir sind zusammen nach NY gegangen und haben hier studiert. Er ist ein wun
 derbarer Musiker\, ich liebe seine Soundästhetik. Ich finde es gut\, mich
  in den Sound integrieren zu können\, denn ich bin nicht der Spieler\, de
 r als Frontman den Karren zieht\, sondern ich liebe es\, mich in die Grupp
 e zu integrieren\, Schattierungen zu machen\, Farben zu erzeugen. Das kann
  ich sehr gut mit Gitarre machen.“\n„Ich liebe es\, wenn es sich langs
 am entwickelt“\n2010 ist der Saxofonist Timo Vollbrecht aus Berlin nach 
 New York gegangen\, um seine Studien bei so renommierten Musikern wir Joe 
 Lovano\, Mark Turner oder Stefon Harris fortzusetzen. Inzwischen hat er si
 ch in der New Yorker Szene einen Namen gemacht\, sogar über den Jazz hina
 us: Gerade hat er eine Komposition für das Jack Quartett\, einem renommie
 rte Avantgarde-Streichquartett\, fertiggestellt. Sein eigenes Quartett Fly
  Magic hat er vor drei Jahren gegründet. Neben den Einflüssen aus Postro
 ck\, Indierock und Minimalismus sind es vor allem die vielen ruhigen Töne
 \, die aufhorchen lassen.\n\n„Die ruhigen Momente finde ich toll\, weil 
 man als Zuhörer viel Zeit hat\, sich darauf einzulassen\, wenn das Tempo 
 langsam ist. Zumindest geht es mir auch als Musiker so. Ich liebe es\, wen
 n es sich langsam entwickelt. Viel Musik die ich höre\, ist ruhig\, viel 
 Klassik\, Faure oder Ravel zum Beispiel. Oder ich bin großer Fan von Jaco
 b Roh aus Dänemark\, Paul Motion\, das ist ein großes Idol. Das ist Musi
 k\, die sich langsam bewegt.“\n\nAm Anfang seiner Begeisterung für den 
 Jazz standen zwar die großen Namen der 50er-\, 60er- und 70er-Jahre\, Sax
 ofonisten wie Sonny Rollins\, John Coltrane oder Wayne Shorter. Aber Moder
 n Jazz in Reinkultur ist nicht die Sache von Timo Vollbrecht. Er pflegt ei
 nen offenen Umgang mit dem Genre\, offen in Richtung Klassik und Postrock\
 , Avantgarde\, Folklore und Independent.\nGewinnen mit Nichtstun – wie e
 in Faultier\nVielleicht ist das ja der richtige Weg\, wenn man wirklich se
 ine eigene Stimme sucht. „Fly Magic“ jedenfalls überzeugt durch diese
  eigene Stimme\, die im Jazz ja so wichtig ist. Er hat es nicht nötig\, s
 eine technischen Fähigkeiten jederzeit unter Beweis zu stellen\, das „S
 chneller\, Höher\, Weiter“ ist seine Maxime nicht. Stattdessen hält es
  der Saxofonist Timo Vollbrecht lieber mit dem Faultier\, zu Englisch: slo
 th.\n\n„Ein weitere Lieblingsstück ist ‚Slothchops‘\, wir finden al
 s Band das Tier toll\, es gewinnt\, wenn es nichts tut\, wenn es chilled. 
 Wenn jemand chops hat\, im Jazz\, dann sind das virtuose Fähigkeiten. Das
  ist so ein Insiderwitz. Wenn jemand die Fähigkeit hat\, die Essenz der m
 usik zu treffen\, also wenig zu machen\, dann sagen wir ‚this guy has sl
 othchops’\, er ist auf der Suche nach der Essenz der Musik.“
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