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SUMMARY:Arne Jansen Trio
DESCRIPTION:Wer den Berliner Gitarristen Arne Jansen einmal gehört hat\, w
 ird seinen Ton so schnell nicht wieder los. Dieses passionierte Wühlen in
  der warmen Vielfalt der elektrischen Gitarre\, in dem sich stets zaghafte
 s Understatement mit spielerischer Wollust mischt. Diese klanggewordene Me
 nschlichkeit\, die immer das Besondere im Alltäglichen sucht\, Ruhe ausst
 rahlt und doch selbst nie zur Ruhe kommt\, weil sie eben immer am Suchen i
 st. Ja\, Arne Jansen ist ein besonderer Gitarrist.\n\nMit seinem bislang d
 ritten Album\, seinem ACT-Debüt „The Sleep Of Reason“ erzählt er ein
 mal mehr eine ganz persönliche Geschichte. Es ist eine Sammlung von Stüc
 ken über den spanischen Maler Francisco Goya\, der seine künstlerische V
 ita als gefeierter Hofmaler begann und sich im Lauf seines langen Lebens i
 n einen eigenbrötlerischen Visionär verwandelte\, dessen schicksalhafter
  Einfluss auf die Kunst auch knapp 200 Jahre nach seinem Tod gar nicht üb
 erschätzt werden kann. Im Gegenteil\, Goya wird immer gegenwärtiger. Dem
  Gitarristen ging es indes nicht um die kunsthistorische Bedeutung des Spa
 niers\, als er sich daran machte\, Goyas Bilderwelt in Klang zu übersetze
 n. Am Anfang stand eine individuelle Begegnung. Als Jansen vor ein paar Ja
 hren ein Konzert in Madrid spielte\, nahm er sich die Zeit\, die berühmte
  Gemäldegalerie Prado zu besuchen. Als er schon auf dem Weg zum Ausgang w
 ar\, fielen ihm plötzlich Goyas schwarze Gemälde ins Auge. Speziell der 
 berühmte „Hexensabbath“ und die „Wallfahrt des San Isidro“ berüh
 rten ihn mit ihren verzerrten Gesichtern und im jähen Grauen aufgerissene
 n Augen dermaßen\, dass er selbst von seiner intimsten Erfahrung mit Kuns
 t in seinem ganzen Leben spricht. Er wusste\, dieses Thema und dieser Mann
  würden ihn nicht mehr loslassen. Zurück in Berlin begann er sich intens
 iv mit Goya zu beschäftigen. Eine wahre Schreibflut setzte ein\, die sich
  jetzt in seinem Album „The Sleep Of Reason“ erfüllt.\n\nJansen verme
 idet es\, einen allzu direkten Soundtrack zu Goya- Gemälden abzuliefern. 
 Ihm geht es vor allem darum\, was diese Bilder in ihm selbst ausgelöst ha
 ben. Obgleich er einige Reproduktionen Goyas während der Produktion im St
 udio aufgestellt hat\, tritt er über die Distanz der Jahrhunderte in eine
 n Dialog mit dem Künstler und antwortet den Bildern mit den Mitteln und I
 ntentionen seiner eigenen Sprache. Er begegnet dem Spanier aus der Perspek
 tive eines deutschen Musikers von heute\, der sich keiner Hispanismen bedi
 enen muss\, um hinter diese Bildwelten zu dringen.\n\n„Mich fasziniert a
 n Goya\, dass er im Laufe seines Lebens immer mehr bei der Essenz dessen a
 nkommt\, was für ihn Menschsein bedeutet“\, so Jansen. „Er war immer 
 sehr wahrhaftig im Umgang mit sich selbst. Um dem gerecht zu werden\, muss
 te auch ich ehrlich mit mir selbst sein. Spanische Einflüsse einzubringen
  wäre aber nicht ehrlich gewesen.“ Stattdessen mischt er jazzige und ro
 ckig hymnische Klangwelten\, die mit zwei Coverversionen von U2’s „Lov
 e Is Blindness“ und „Brothers In Arms“ von den Dire Straits gekrönt
  werden. Beide Stücke stehen in keinem ursächlichen Zusammenhang mit Goy
 a\, waren aber für Jansens musikalische Vita von prägendem Einfluss und 
 fügen sich thematisch organisch in die Gedankenwelt des großen Spaniers.
 \n\nGoya war bekanntlich ein Einzeltäter\, doch Jansen suchte sich eine R
 eihe von Verbündeten\, um sein Farbspektrum so reich wie möglich auszusc
 höpfen. Er begann die Stücke in seinem Trio mit Schlagzeuger Eric Schaef
 er und Bassist Andreas Edelmann zu entwickeln und immer weiter aufzubauen\
 , merkte jedoch\, dass etwas fehlt. Gestalterische Ideen griffen Raum wie 
 die Chimären Goyas\, ursprüngliche Improvisationen wollten verfeinert we
 rden\, einmal manifestierte Formen verlangten immer wieder nach neuen Rahm
 en. Jansen ging nach Hamburg\, um dort zusätzliche Tracks mit dem Keyboar
 d- Forscher Friedrich Paravicini einzuspielen\, der außer Hammond-Orgel\,
  Cembalo\, Vibrafon und Cello die Zauberklänge des Ondes Martenot\, eines
  prähistorischen elektronischen Keyboards\, beisteuerte. Doch die Klangbi
 lder verlangten nach noch mehr Leben\, Cellist Stephan Braun kam hinzu\, e
 in Stück entstand im Duo mit Trompeter Nils Wülker\, mit dem Jansen eine
  langjährige Zusammenarbeit verbindet. Maßgeblichen Anteil am Gesamtklan
 g hatte auch Co- Produzent Axel Reinemer\, bekannt von der Berliner Jazz- 
 Produzenten-Guerilla Jazzanova\, mit dem Jansen auf der Suche nach passend
 en Texturen und Sounds mehr Zeit im Studio verbracht hat als mit seinem Tr
 io bei der ursprünglichen Aufnahmesession.\n\nAm Ende steht ein komplexes
  Meisterwerk\, das den Vergleich mit den gemalten Vorlagen nicht zu scheue
 n braucht\, weil es weder abbildet noch kommentiert\, sondern die zärtlic
 h brutale Faszination musikalisch atmen lässt\, den Goyas Bilder auf den 
 wachen Geist des 21. Jahrhunderts ausüben. Goyas Kämpfe\, das wird in di
 eser Musik überdeutlich\, aber auch seine Erfüllung haben bis heute Best
 and. Arne Jansen ist ein großer Klangmaler der Gegenwart.\n\nReservierung
  unter der Tel.-Nr. 0381-7788099
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